Freitag 17. November 2017

Inhalt:

Erklärungen der KMB beim Diözesantag 2017

Diözesanobmann DI Bernhard Steiner präsentiert beim Diözesantag der KMB am 21. Oktober 2017 im BH Schloss Puchberg die Erklärungen der KMB.

 

Die Katholische Männerbewegung hat für dieses Jahr Abraham als biblischen Begleiter gewählt. Mit ihm brechen wir auf zu den Herausforderungen, die die Verheißung eines Lebens in Fülle für alle Menschen bringen. Mit dieser Zusage wird uns von Gott großes Vertrauen in die Gestaltung unserer Umwelt zugetraut. Wir sind verantwortlich dieser Verheißung eines erfüllten Lebens im Alltag Raum zu geben - nicht nur für uns, sondern für alle Menschen.

 

Ehrenamt


In der Katholischen Männerbewegung engagieren sich tausende Männer ehrenamtlich und selbstverantwortlich mit der Unterstützung hauptamtlich Angestellter der Diözese. Wir bauen mit am diözesanen Zukunftsweg einer lebendigen Kirche und an einer Gesellschaft, die allen Menschen gleiche Lebenschancen eröffnet. Die Lebensrealitäten der Männer sind dabei eine Bereicherung. Vorbild ist uns auch Abraham, wie er mit Gott verhandelt und sich für andere einsetzt.

 

Demokratie


Wir dürfen uns glücklich schätzen, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben. Die Demokratie ist aber immer gefährdet und muss von jeder Generation neu erarbeitet werden. Demokratie wird dann lebendig, wenn Bürgerinnen und Bürger, wenn Politikerinnen und Politiker sich nicht nur dem eigenen (Partei)Wohl, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet wissen: Weil vor Gott alle Menschen gleich sind, gelten für uns Menschenwürde und Menschenrechte unterschiedslos für alle Menschen. Um das zu gewährleisten braucht es den Mut zum unerschrockenen Eintreten für die Rechte anderer, besonders aber die Sorge um das Wohlergehen jener Menschen, die ihre Rechte selbst nicht schützen können und die Rücksicht auf Minderheiten.

 

Solidargesellschaft

 

Mit Abraham bauen wir auf die Verheißung, die uns Gott zugesagt hat: ein Leben in Fülle für alle Menschen. Deshalb sagen wir ein klares Nein zum Schüren von Neid, dem Ausspielen der Interessen der einen Gruppe gegen die andere. Dagegen setzen wir auf gegenseitige Solidarität, eine Unterstützung der Schwächeren durch die Stärkeren. Wir finden uns nicht damit ab, dass die Armut bei uns wächst und setzen auf eine Kultur des Teilens, damit alle genug zum Leben haben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Von der Politik erwarten wir, dass Maßnahmen gesetzt werden, die soziale Integration fördern, damit Gruppen aus dem gesellschaftlichen Abseits herausgeführt werden. Ziel ist, dass alle ihren Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft leisten können.

 

Entwicklungszusammenarbeit


Die Welt verändert sich beinahe täglich. Besonders hart trifft das die, die in den sogenannten Entwicklungsländern leben: Klimaveränderung, Dürre, Korruption, Landraub. Wenn die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben abhanden kommen, sehen sich die Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie fliehen, sie verlassen ihr Zuhause, so wie es Abraham seinerzeit auf Grund einer Hungerkatastrophe tun musste. Rund 50 Millionen Menschen sind innerhalb Afrikas auf der Flucht, sie sind verzweifelt auf der Suche nach einer Bleibe, fruchtbarem Boden, Arbeit, Essen und Frieden. Vielleicht sind sie auch auf der Suche nach dem Grundrecht, das ihnen ein Leben in Würde und Freiheit verspricht.

Wir erwarten uns von der neuen österreichischen Regierung, dass sie nicht nur die öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit unverzüglich auf 0,7% des BIP anhebt, sondern dass sie mit aller Kraft die Ziele der Social Developement Goals (SDG) verfolgt. Dazu braucht es Professionalität in der Projektarbeit und die Bereitschaft für wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe. Wie das funktioniert, zeigt SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung in Oberösterreich seit vielen Jahren erfolgreich vor.

 

Lebensschutz


Leben in Fülle beginnt am Anfang des Lebens und endet erst mit dem natürlichen Tod. Das gilt genauso für Menschen mit Behinderung und ihr Recht auf Leben. Deshalb lehnen wir die eugenische Indikation, also die Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben ab.

 

Wir fordern eine Trennung zwischen beratenden und abtreibenden Ärztinnen und Ärzten sowie eine dreitägige Überlegungszeit zwischen der Beratung und einem Abtreibungstermin, weil damit die eigenverantwortliche Entscheidung der betroffenen Eltern besser gewährleistet ist.

Ebenso fordern wir am Ende des Lebens die Verankerung des Grundrechtes der Menschen auf ein Sterben in Würde und damit die Verankerung des Verbotes der aktiven Sterbehilfe in der Verfassung. Wir fordern den Ausbau von Sterbebegleitung und Hospizwesen, weil damit Würde und Rechte unheilbar Kranker und Sterbender am besten geschützt werden.

 

Religion


Im Gedenkjahr an 500 Jahre Reformation betonen wir das gemeinsame Eintreten mit den evangelischen Schwesterkirchen für die Würde des Menschen in unserer Gesellschaft.

 

Abraham ist der Stammvater aller drei großen monotheistischen Regionen: Judentum, Christentum und Islam. Das Christentum ist eine wesentliche Basis österreichischer und europäischer Kultur. Kern dieser Kultur ist aber nicht, andere kulturelle Traditionen auszuschließen oder abzuwerten, sondern offen in einen Austausch und Dialog zu treten. Wir verwahren uns daher dagegen, Begriffe wie „christlich-abendländisch“ als politische Kampfbegriffe einzusetzen.

 

Väter


Männer wollen sich in der Familie einbringen, wollen ihren Betrag bei der Kindererziehung leisten, gleichwertig und gleichwürdig mit den Müttern. Väterzeit ist eine Qualität, die den Familien mehr Leben in Fülle bringt. Es braucht das klare Bekenntnis der Politik, dass werdende Väter die Sicherheit haben, dass sie ihre Erwerbstätigkeit familienfreundlich gestalten können. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle und der Ausbau der Väterkarenz.

Wenn Beziehungen zerbrechen und Ehen scheitern, leiden die Kinder besonders unter den Folgen des Beziehungsverlustes zu einem Elternteil. Deshalb setzten wir uns dafür ein, dass Vätern die gemeinsame Obsorge für ihre Kinder ermöglicht wird.

 

Abschluss


Wie Abraham sind wir als Katholische Männerbewegung mit diesen Themen unterwegs. Leiten lassen wir uns dabei von der Verheißung eines Lebens in Fülle, das unteilbar für alle Menschen gilt.

 

Diözesanobmann DI Bernhard Steiner

 

 

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