Samstag 26. Mai 2018

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Väter-Aktions-Tage 2018

„Wer wagt, gewinnt“ unter diesem Motto wurden die Väter-Aktions-Tage 2018 eröffnet. Gut 70 Teilnehmer erlebten mit dem Risikopädagogen Gerald Koller einen emotionsgeladenen Auftakt zu den Veranstaltungen der Väterplattform Oberösterreich.

 

 

Väterplattform: Ein bemerkenswertes Projekt


Auf Initiative der Katholischen Männerbewegung (KMB) wurde bereits 2017 gemeinsam mit dem Familienreferat des Landes Oberösterreich eine Veranstaltungsplattform für Väter-Angebote ins Leben gerufen. Die Vielfalt des Väterprogrammes beweist, dass Vater-Kind-Angebote zum Kern der Elternbildung gehören.

 

Wolfgang Schönleitner von der KMB betonte in der Begrüßung, dass gerade im Bündeln der Kompetenzen aller Männer-, Väter und Familienorganisationen Oberösterreichs quer durch die Partei und Organisationsgrenzen hinweg ein herausragendes Angebot im Sinne der Vater-Kind-Beziehung am Entstehen ist.

 

Risikopädagoge Koller: Wer wagt, gewinnt!

 

In seinem Auftaktreferat forderte Gerald Koller, der Leiter des Forums Lebensqualität, die Anwesenden auf, als Wegbegleiter für Kinder und Jugendliche zur Verfügung zu stehen. Über Erzählungen aus der eigenen Erfahrung mit seinen Kindern und den pädagogischen Inhalten von Märchen brachte Koller den Zuhörern die aktuellen Herausforderungen von Eltern und Pädagogen näher.

 

 

Verständnis ist größer als der Verstand


Wie ein Lotse auf einem Schiff sollen wir Eltern unsere pädagogisch-nautischen Methoden immer wieder gut reflektieren und an die aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen anpassen. Das wichtigste Instrument für die Begleitung der Kinder ist das Verständnis für unsere Heranwachsenden. Verständnis basiert im Unterschied zum Verstand auf dem Herzen und ermöglicht uns Einfühlungsvermögen (Empathie).

 

Die drei größten Verständniskiller der Erziehung sind:

 

  • Elterliches Alzheimer: ab 30 vergessen Eltern sie wie es war, als sie selbst jung waren
  • Vergleich mit der eigenen Kindheit: zu unserer Zeit hätte es … nicht gegeben. Aber die Zeiten haben sich bereits geändert
  • Überbehütung: je älter die Eltern, umso ängstlicher werden sie.

 

Scheitern als Lernchance

 


Koller plädiert in seinem Vortrag für eine Bewährungspädagogik. Kinder müssen die Seetüchtigkeit für ihr Leben selber lernen. Dies bedeutet für uns Eltern den Unterschied zwischen einer Gefahr (Bedrohung des Lebens) und dem Risiko (bedeutsames Ereignis mit unbestimmtem Ausgang) ernst zu nehmen. Wir können unsere Kinder vor dem Leben nicht bewahren, wir sind aber aufgefordert einen klaren Orientierungsrahmen anzubieten, der sie zwischen Risiko und Gefahr unterscheiden lehrt.

 

Risiko beinhaltet auch Fehlschläge und Scheitern. Generell bemängelt Koller, dass unsere Gesellschaft vorwiegend auf Erfolg ausgerichtet ist. Wesentliche Lernschritte können allerdings nur im Scheitern gemacht werden. Wenn Bestätigung und Erfolg meinen Weg pflastern, dann habe ich keinen Grund diesen Weg zu verlassen und mich zu verändern. Wenn ich allerdings in meinem Tun, der Beziehung, der Arbeit usw. an eine Grenze komme und nicht mehr weiter weiß, dann bin ich gezwungen mit neu zu orientieren und umzudrehen.

 

Für die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten unserer Kinder sind diese Erfahrungen elementar. Lernen geschieht dann, wenn sie gezwungen sind eine neue Landkarte für einen alternativen Lösungsversuch zum Überwinden einer Herausforderung zu zeichnen. Koller verdeutlicht dies mit dem Bild einer Klaviertastatur: Je mehr Tasten in unserer Lebensklaviatur vorhanden sind, umso mehr kann in herausfordernden oder emotional engeren Momenten darauf zurückgegriffen werden.

 

Eltern sind Leuchttürme mit Strahlkraft

 


Am Ende verdeutlicht Koller seine Ausführungen mit dem Bild vom sicheren Hafen und dem offenen Meer. Eltern müssen Kindern einen sicheren Ausgangshafen bieten. Und sie sollen als Leuchtturm für die Entdeckungsreisen ihrer Kinder an der Küste stehen. Das Licht des Leuchtturms straht aufs offene Meer aus und dient den Kindern als Orientierung auf den ersten Seemeilen in ihr Leben. Es steht als Symbol für die Eltern-Kind-Beziehung. Irgendwann wird das Fernweh der Kinder groß und sie werden sich auf zu neuen Ufern machen. Den elterlichen Leuchttürmen bleibt die Hoffnung, dass ihr Vorbild gut war und sie den Kindern Lebenssinn mit auf den Weg gegeben haben. Es gilt die Kinder auf diese Reise vorzubereiten, denn die Eltern haben dabei mehr zu gewinnen als zu verlieren.

 

Die Väterplattform unterstützt Väter dabei, Kindern solche Erfahrungen anzubieten. Die Mitglieder der Väterplattform sind:

 

Der Vortrag wurde vom Bildungstv aufgezeichnet.

 

Peter Pimann und Wolfgang Schönleitner

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