Freitag 15. Dezember 2017

Inhalt:

Das gute Leben leben? - Ganzjährig Aktionswochen des Katholischen Famlienverbandes

Was das Leben lebenswert macht, kann auf vielfache Weise beschrieben werden. In diversen Studien werden objektivierbare Faktoren zur Messung von Lebensqualität herangezogen. Aber ob sich gutes Leben vergleichen lässt, darüber bestehen berechtigte Zweifel.

Im März 2017 wurde die Bundeshauptstadt Wien zum achten Mal in Folge zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität erhoben. Das ist definitiv ein Grund zur Freude für alle Wienerinnen und Wiener, die sich mit damit schmücken dürfen. Wie aber kommt es zu dieser Bewertung? Es werden Fragen zu 39 Themen gestellt. Fragen etwa zur politischen Stabilität und Sicherheit, zu den wirtschaftlichen Bedingungen, zur  persönlichen Bewegungs- und Meinungsfreiheit, zur Gesundheitsversorgung, zum Bildungswesen und vielem mehr charakterisieren, was das Leben lebenswert macht.

Vor allem internationalen Firmen achten auf diese Rangliste, denn diese Fragen werden ausschließlich den in Wien arbeitenden Mitarbeitern von Weltkonzernen gestellt.

 

Das Gute liegt so nah …

Es wurde also kein in Wien lebender Wiener nach der Zufriedenheit mit seiner Stadt befragt und das macht durchaus Sinn. Menschen, die längere Zeit im Ausland leben, haben ein feines Gespür für die Unterschiede zwischen ihren Heimatländern und den derzeitigen Aufenthaltsorten. Sie können aus ihrer persönlichen Betroffenheit beurteilen, was ihnen im Vergleich zu ihrer Heimat besser oder schlechter gefällt, weil sie sich am neuen Ort neu einrichten, neu heimisch machen müssen, um richtig anzukommen.

 

Die Sehnsucht nach einem guten Leben hat in diesen Beschreibungen also sehr viel mit der eigenen Wahrnehmung zu tun. Hohe Lebensqualität als Kennzeichen eines guten Lebens gibt sich im Vergleich mit widrigen Lebensumständen deutlich zu erkennen. Gutes Leben, so scheint es, ist kein Wert an sich, der sich durch absolute Fakten messbar machen lässt. Hohe Lebensqualität ist dem zu Folge das Resultat eines Wettstreits.

 

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper?

Wenn es also durch persönliche Anstrengung möglich ist, die eigene Lebensqualität zu verbessern, so erscheint es nur konsequent, wenn im Sinne der Selbstverantwortung kein Lebensbereich von der konsequenten Selbstverbesserung  unseres Lebens ausgenommen ist.

 

Für ganz viele Menschen ist der Wellness- und Gesundheitstrend die „Einstiegsdroge“ in die Welt der Selbstverbesserung und Selbstmodellierung. Nicht anders lässt sich erklären, dass Fitnessstudios boomen und sich neben Männern mittlerweile erstaunlich viele Frauen in den Fitnesskammern dieser Welt an Gewichten, Hanteln und im Krafttraining üben.

Die Werbebotschaften zu den Fitness-Übungen beinhalten dabei viel mehr als das Versprechen körperlicher Gesundheit. Die Übungen sollen neben dem Bewegungsapparat auch die Leistungen des Gehirns mobilisieren.

 

Gutes Leben als Rausch

Auf der gänzlich anderen Seite der Suche nach einem guten Leben: Wein, Weib und Gesang. Wenn vorwiegend Männer am Stammtisch über gutes Leben nachdenken, dann kommen vielen diese drei Schlagworte in den Sinn. Gutes Leben zeigt sich darin als überschwängliche Lebensfreude – als Rausch. Eine Freude, in der wir uns ganz bewusst selbst intensiver spüren wollen. Dies ist etwas typisch Männliches

 

Gerade männliches Risikoverhalten ist darauf angelegt Grenzen zu überschreiten, um sich selbst besser zu spüren. Der Geschwindigkeitsrausch, genauso wie der Fitnessrausch oder der Arbeitsrausch, der Gewalt-, Drogen- oder Alkoholrausch zeigen die Kehrseite unserer auf Selbstverbesserung getrimmten Gesellschaft: durch extreme Aktionen sichtbar werden.

 

Gutes Leben im Einklang mit mir und meiner Umwelt

Der Benediktinerpater Anselm Grün fasst seine Kernbotschaft zu guten Leben in eine einfache Formel: „Derjenige, der immer im Vergleich mit anderen lebt, kann das Leben nicht wirklich genießen. Gelingendes Leben ist dadurch gekennzeichnet, dass ich im Einklang mit mir selbst bin.“ Keine Grenze, keine Schranken müssen zerstört, überwunden, niedergekämpft oder besiegt werden. Vergleich und Konkurrenzdenken sind eine Quelle der Gier. Etwas haben zu müssen, weil andere es auch haben, ist Ersatz für das Leben. Der Gierige lebt im Leben des anderen: Das gute Leben ist für ihn greifbar, aber er erreicht es nicht.

 

Anselm Grün fordert uns auf zu lernen, unsere Maßlosigkeit zu meistern. Dafür braucht es ganz konkrete Alltagshandlungen. Gutes Leben drückt sich in einem Lebensstil aus, in dem wir bewusst im Einklang mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt leben. Ganz praktisch gehört dazu den Müll zu Hause zu trennen oder mein Einkaufsverhalten bewusst nach der Frage auszurichten: Was brauche ich denn wirklich? Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen hilft es, mich zu fragen: Wie strukturiere ich meinen Tag? Ist da nicht zu viel hineingepackt? Welche Ansprüche habe ich an meine Freizeit? Wie sind meine Gewohnheiten beim Essen? Wie geordnet ist mein Leben, meine Arbeit?

 

Der Autor, Mag. Wolfgang Schönleitner, ist Abteilungsleiter der Katholischen Männerbewegung der Diözese Linz

 

Gutes Leben

Unter dem Titel "Gutes leben" werden vom Katholischen Familienverband sechsmal im Jahr Themen an Familien herangetragen, die für ein gutes Familienleben von Bedeutung sind.

Wen sie Interesse an den Impulsen haben, schicken sie einEmail mit dem Betreff "Gutes Leben" an: info@familie.at

 

Gutes Leben - Aktionswoche

In der Aktionswoche von 28./29. Oktober geht es um die "besondere Gestaltung des Sonntags". Der 29.Oktober wird mit mindesten einem Familienmitglied oder Freund ganz besonders gestaltet. Wir liefern Gestaltungsimpulse und über den Tag verstreute, kleine "Verweilstellen".

 

 

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