Sonntag 23. Juli 2017

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Auf den Spuren des heiligen Martin

Rund 2.750 km sind es vom Geburtsort des hl. Martin Szombathely in Ungarn bis zu seinem Begräbnisort Tours in Frankreich. Um diese beiden Orte miteinander zu verbinden, ist zur Zeit ein Martinusweg im Entstehen, der in Österreich durch die Diözesen Eisenstadt, Wien, St. Pölten und Linz führen wird.

Das Jahr 2016 ist ein Jubiläumsjahr für die Diözese Eisenstadt im doppelten Sinne. Zum einen erklärte Papst Franziskus dieses Jahr als außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit zu einem Jubeljahr und zum anderen gedenken wir in diesem Jahr ganz besonders dem heiligen Martin von Tours, der heuer seinen 1.700. Geburtstag feiern würde. Er hat barmherzig seinen Mantel mit dem frierenden Bettler am Stadttor von Amiens in Frankreich geteilt.

Sicherlich ist das Zusammenfallen dieser beiden Begebenheiten kein Zufall, vor allem wenn man weiß, dass das Erzbistum Buenos Aires, dem Kardinal Jorge Bergoglio, der heutige Papst Franziskus, bis 2013 als Erzbischof vorstand, den heiligen Martin von Tours als seinen Diözesanpatron verehrt.

 

Krieger und Priester

Der heilige Martin ist ein leuchtendes Beispiel christlicher Nächstenliebe und Solidarität. Geboren in Savaria, dem heutigen Szombathely in Ungarn, wuchs er in Pavia in Italien auf und verbrachte dort auch seine Jugend. Zum Militär wurde er nach Mailand eingezogen und musste im Rahmen seines Soldatendienstes unter anderem in einer Schlacht bei Worms im heutigen Deutschland dienen. Auch die legendäre Mantelteilung ereignete sich im Rahmen dieses Dienstes vor dem Stadttor der französischen Stadt Amiens.

Mit den ersten Weihen auf dem Weg zum Priester versehen kehrte er nach Szombathely zurück, um seine Mutter hier zu taufen. Danach zog er sich bald als Einsiedler in die Nähe von Genua zurück. Schließlich kam er wieder, vor allem auf Drängen des Volkes, nach Frankreich, wo er dritter Bischof der Stadt Tours wurde.

Auch als Bischof zog er in seiner ganzen Diözese umher und kam unter anderem nach Paris, Chartres und Viennes. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Martin auch auf einer solchen Reise starb. Mönche brachten den Leichnam dann auf der Loire nach Tours, wo er begraben ist.

 

Neuer Pilgerweg

Was liegt also näher, als diesem Heiligen, diesem unermüdlichen Pilger durch Europa mit einem Pilgerweg zu gedenken und zu ehren? Bereits 2005 hat der Europarat die Strecke von seinem Geburtsort Szombathely in Ungarn bis zu seinem Begräbnisort Tours in Frankreich zur Europäischen Kulturstraße - „via sancti martini“ erklärt und in die Liste der Kulturwege, zu denen unter anderem der Jakobsweg zählt, aufgenommen.

Mittlerweile gibt es einen südlichen Martinusweg, welcher durch Ungarn, Slowenien, Italien und Frankreich führt. Auch in der Slowakei und Tschechien existieren regionale Wege. Nun ist auch eine Mittelroute, die unter anderem durch Österreich geführt wird, im Entstehen.

 

Viele Aktionen geplant

Der Martinusweg soll aber nicht nur ein Kultur- und Pilgerweg sein, sondern er soll auch ein „lebendiger“ Weg werden, auf dem sich Menschen begegnen und über den hl. Martin austauschen beziehungsweise, im Sinne des Heiligen handeln. So plant das Katholische Bildungswerk in diesem Jahr in den beiden Bildungshäusern der Diözese Eisenstadt und in diversen Pfarren und Gemeinden Vorträge, Seminare und Filmvorführungen zum Leben und Wirken des hl. Martin anzubieten. Gemeinsam mit dem Burgenländischen Volksbildungswerk ist eine mehrteilige Ausbildung von Pilgerbegleiter/innen geplant. Die Katholische Männerbewegung wird (Nacht)Wanderungen für Männer am Martinusweg anbieten und die Katholische Frauenbewegung plant in den Dekanaten, die am Weg liegen, frauenspezifische Angebote. Der Katholische Familienverband wird im Mai für Familien im Mittelburgenland eine eintägige Fahrradpilgerfahrt durchführen und die Katholische Jugend und Jungschar werden nach Ostern zu Fuß den Martinusweg im Burgenland abgehen, wobei Jugendliche sich auf dem gesamten Weg oder nur etappenweise anschließen können. Auch die burgenländischen Theologiestudierenden planen im Mai ein Stück des Weges zu gehen, wie auch diverse Pfarren der Diözese Eisenstadt.

 

Wir alle sind eingeladen - als Kirche, Diözese, Pfarre, in der Gruppe oder als Einzelner - ein Stück auf dem Weg zu gehen - im Andenken an den hl. Martin von Tours.

 

 

Details zur Route

Der Wegverlauf des Hauptweges dieser Route führt von Szombathely in Ungarn bis zur ungarischen Martinskirche in Kophaza und von dort in die Diözese Eisenstadt und weiter nach Niederösterreich, Wien, Oberösterreich, Deutschland und Luxemburg bis nach Tours in Frankreich.

 

Um auch andere Martinskirchen mit diesem Hauptweg zu verbinden ist gleichzeitig im Burgenland - mit dem Regionalmanagment Burgenland und dem Tourismusreferat der Landesregierung - das EU-Projekt eines regionalen „Pannonische Martinusweg“ geplant, der unter anderem vom Martinsdom in Bratislava im Norden über die Martinskirche in Szombathely bis zur südlichsten Martinskirche des Burgenlandes St. Martin an der Raab alle burgenländischen dem hl. Martin von Tours geweihten Kirchen mit dem Hauptweg verbinden soll. Wo es möglich ist, werden auch ehemalige Martinskirchen, wie etwa Mogersdorf, mit diesem regionalen Weg verbunden. Um die Belastung für die Natur zu vermeiden, wird bei der Wegführung auf bereits bestehende Rad- und Wanderwege zurückgegriffen.

Erste Informationen, Karten und GPS-Tracks dazu können bereits auf der Homepage der Diözese Eisenstadt (www.martinus.at/wallfahrt/martinusweg) abgerufen werden.

 

 

Autor: Johannes Artner, Referent der KMB und des Bildungswerkes in Eisenstadt

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